Den Wilson Effekt entdecken

Man kann einer Flaute der Sonnenaktivität auch etwas Gutes abgewinnen: Die zusätzliche Beschäftigung mit weiteren (auch mehr theoretischen) Dingen! Hier waren es meine Sternfreunde Peter Schmidt und Heinrich Sommerkorn, die mich aufgrund eines meiner Sonnenbilder auf den deutlichen Effekt hinwiesen, dass am Sonnenrand die Einbuchtung in einem Sonnenfleck zu erkennen ist: Der Wilson Effekt! Danke Euch beiden!

So habe ich meine Bilder durchgesehen und festgestellt, dass auch auf weiteren Aufnahmen dieser Effekt zu erkennen ist. Also war es für mich Zeit, mich damit (erstmalig) zu beschäftigen.

Die Recherche im Internet ergab einige Informationen, es scheint aber noch Platz für Mehr. Hier ist vielleicht der Ort, darauf hin zu weisen, auch im Amateurbereich diesen interessanten Effekt neu ins Bewusstsein zu rücken und so manche Diskussion mit wertvollen Dokumentationen in Gang zu setzen.

Der schottische Astronom und Mathematiker Alexander Wilson entdeckte 1769 diese spezielle Erscheinungsform bei Sonnenflecken. Magnetfeldveränderungen erlauben es, in tausende Kilometer tiefer liegende Schichten der Sonne hinab zu blicken. Dies geschieht in der dunklen und mittig gelegenen Region der Sonnenflecken. (Wikipedia)

Ein Aspekt dieser Erscheinung wird mit der optischen Linie beschrieben, die aufgrund der geringeren Temperatur einige Hundert Kilometer tiefer, als in der Photosphäre liegt.

(Hans-Heinrich Voigt, Abriss der Astronomie, Seite 193)

Vielleicht kann man es plakativ so ausdrücken: Das Gas der Sonne ist hier durchsichtiger.

A. Wittmann und E.H. Schröter haben (1968 veröffentlicht) im Journal: Mitteilungen der Astronomischen Gesellschaft, Vol. 25, Seite 191, über Ihre Forschung unter dem Titel „Temperaturschichtung und Wilson-Effekt in symmetrischen Einzelflecken“ geschrieben.

http://adsbit.harvard.edu/full/seri/MitAG/0025//0000191.000.html

Ein kleiner aber informativer Artikel über die Temperatur- und Druckschichtung im Bereich von drei verschiedenen Wellenlängen.

Die hier gezeigten Bilder wurden aufgenommen mit einem selbst umgebauten Refraktor 102 / 1000 und angefügtem PST-Kasten (Beschreibung des Umbaus unter http://www.astro.pankrath.eu), einer 2,5 Barlowlinse und Alccd 5L – IIc Kamera.

Das letzte Bild habe ich noch invertiert, manche erkennen den Effekt dann besser.

Ich hoffe, hiermit einen kleinen Beitrag geliefert zu haben, der uns neue Impulse und noch ein Stückchen mehr Freude und Motivation zur Entdeckung dieser wunderbaren Schöpfung bringt.

Bei allem unbestreitbarem wissenschaftlichen Wert, darf die Freude und Begeisterung nicht zu kurz kommen.

Den Wilson Effekt entdecken

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