Astronomie Werkstatt für Kinder 2019

Basierend auf der Erfahrung vom Vorjahr, haben die Sternfreunde Erftstadt vom 19. bis 21. August eine dreitägige Astronomie Werkstatt im Friesheimer Busch erfolgreich durchgeführt.

Wir betreuten in den drei Tagen 11 sehr begabte und astronomisch begeisterte Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren. Die Leitung der Werkstatt hat der Sternfreund  Peter Schmidt übernommen.

Am Montag, so wie im Vorjahr bei sonnigem Himmel, haben wir die Sonne im H-Alpha Teleskop von Peter Schmidt beobachtet. An zwei weiteren Teleskopen haben die Kinder gleichzeitig ein in der Entfernung aufgestelltes Bild von der Sonne betrachtet und alle sichtbaren Strukturen und Protuberanzen auf einem Blatt Papier aufgezeichnet.
Dabei ging es darum, dass man die maximale Anzahl von magnetischen Strukturen und Ausbrüchen der Sonne sieht. Damit „ schulen“ wir die Augen der Kinder für spätere Beobachtungen mit den eigenhändig gebauten Teleskopen.

Nach der Mittags und Spielpause auf dem Gelände sind wir zum Basteln übergegangen. Die Kinder haben unter Anleitung von Peter Schmidt das „Baumarkt Teleskop“ aus einfachem Abflussrohr und Optiklinsen gebaut. Immerhin schafft so ein Teleskop bei guter optischer Qualität eine 30-fache Vergrößerung.

Am Dienstagmorgen hat Stanislaw Pawnuk mit Hilfe eines Globus das Phänomen der Jahreszeiten erklärt.
Mit einer Lampe, die als Sonne diente, den Sonnenstand in verschiedenen Positionen zur Erde gezeigt und danach die Bedeutung von Längengrad und Breitengrad und die Zeitzonen deutlich und verständlich gemacht.
Auf dem Gelände wurde die Funktionsweise unserer Sonnenuhr und der Plejaden Skulptur erklärt.

Danach ging es weiter mit spannenden Experimenten zum Thema „Spektroskopie mit einfachen Mitteln“, von Dr. Helmut Sander . Das war was ganz neues, was wir in das  Programm der Astronomie Werkstatt aufgenommen haben.
Die Kinder hatten die Aufgabe ein Glasprisma hinter der spaltförmigen Öffnung an der Stirnseite des Schuhkartons richtig zu positionieren, um das Sonnenlicht zu zerlegen.

Das Sonnenlicht wird durch das Prisma in die Regenbogenfarben zerlegt

Bei korrekter Ausrichtung auf die Sonne, wurde auf der gegenüberliegenden Seite ein farbiges Spektrum der Regenbogenfarben auf den Schirm projiziert.

Elektronisches Thermometer mit Fühler im Sonnenlichtspektrum

Die Kinder hatten auch viel Spaß am Zusammenbau des elektronischen Thermometers mit Mikroprozessor.

Im Farbspektrum sind unterschiedliche Temperaturen messbar

Um zu zeigen, dass es Infrarotstrahlung  gibt, wurde der empfindliche Temperaturfühler in den nicht sichtbaren Bereich des Sonnenspekrums (rechts vom Rot) positioniert. Es gab einen deutlichen Zeigerausschlag durch die Infrarot-Wärmestrahlung.

Temperaturfühler im Infrarotbereich

Nach dem Mittagessen hatten die Kinder die Aufgabe, ein Spektroskop selbst zu bauen. Dazu mussten aus einem Bastelbogen die Formteile richtig ausgeschnitten, gefalzt und zusammengeklebt werden.

Fertiges Handspektroskop

Am Schluss hatte jeder ein kleines Handspektroskop mit erstaunlich guter optischer Leistung in der Hand. In dem Spektroskop werden die Spektrallinien auf eine Skala mit der optischen Wellenlänge projiziert.
Hier einige Fotos, die mit einem Handy durch die Okularlinse aufgenommen wurden.

Spektrum vom Sonnenlicht aus dem Fenster

Das Fensterlicht zeigt ein kontinuierliches Spektrum vom tiefen Blau (unter 400nm) bis in den roten Bereich (700nm).

Spektrum einer Leuchtstoffröhre

Die Leuchtstofflampen an der Decke haben schon ein deutlich anderes Spektrum, mit einzelnen scharfen Banden in den verschiedenen Farbbereichen.
Sehr auffälliger sind die Spektren der Energiesparlampen.

Energiesparlampen zeigen nur scharfe Linien

Hier sind nur noch einzelne Linien, oder auch Doppellinien im Grün und Rot sichtbar.

Es war für die Kinder sehr interessant, mit dem kleinen Handspektrometer die unterschiedlichen Lichtquellen, wie LED Lampen, Glühlampen, Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen zu untersuchen.

Am Mittwoch haben wir zuerst den Mond beobachtet.

Danach waren wir mit unserem Sonnensystem und den 8 Planeten beschäftigt.
So wie im vergangenen Jahr, hat sich Dr. Wolfgang Mett das Thema vorgenommen. Nach einer kurzen theoretischen Einführung haben die 11 Kinder maßstabgetreu einen 95 m langen Planetenweg aus Obst und Gemüsen errichtet. Am Schluss haben wir unsere Planeten kollektiv aufgegessen.

Unsere Astrowerkstatt hat sich mittlerweile herumgesprochen. Am Mittwoch hatten wir sogar Besuch von der Presse. Der Bericht erschien in dem Erftstadt Anzeiger – Sonntags Post.

Nach der Mittagspause sind wir zur letzten Aufgabe übergegangen, nämlich das Planetensystem als Scheibe mit allen Daten, wie z.B. Größe, Entfernung und Anzahl der Monde zu basteln.

Dank des beispiellosen Engagements der Betreuer dürfen wir die Astronomie-Werkstatt als Erfolg verbuchen.

Besonderen Dank gilt den Familien Krieger und Mett, die uns für zwei Tage mit spendiertem Essen versorgt haben. Am Montag haben wir Tomaten- und Bohnensuppe mit Würstchen von Anni und Heinz Krieger gegessen. Am Dienstag haben uns Wolfgang und Ilse Mett Nudeln mit Tomaten-Bolognese Soße spendiert.
An allen drei Tagen wurden wir laufend mit kindgerechten Obsthäppchen versorgt. Vielen Dank dafür.
Am Mittwoch gab es Pizza.

Vielen Dank an Heinz Krieger, der wie ein echter Opa die Kinder mit seiner ruhigen Art in allen Pausen betreut hat. Er hat immer wieder was Interessantes auf dem Gelände gefunden um die Kinder für die Natur zu begeistern.

Astronomie Werkstatt für Kinder 2019

Beitragsnavigation